Deutsche Meisterschaften U18, Bronze für Marek Zimmermann!

Leipzig. Die HTG war bei den diesjährigen nationalen Meisterschaften mit vier Judoka vertreten. Marek Zimmermann sorgte mit dem Gewinn der Bronzemedaille für eine tolle Überraschung.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!

Marek’s Gewichtsklasse (-55kg) war mit insgesamt 25 Judoka aus allen Bundesländern einer der Bestbesetzten des Tages. Nach einer gelungenen Vorbereitung als auch den sehenswerten Vorleistungen aus den Qualifikationen (2.Platz HEM, 2.Platz Südwest EM) war Marek´s Fokus nicht zu unrecht in Richtung Podium ausgerichtet.
In seinem ersten Kampf zeigte er sich von Beginn an motiviert, ging es bereits in Runde 1 direkt gegen drittplatzierten der NRW- Landesmeisterschaft Erik Hobein (SUA Witten Annen). Mit druckvollen und temporeichen Aktionen konnte Marek seinen Auftakt nach knapp 3min Kampfzeit souverän mit einem Haltegriff für sich entscheiden.


In Runde zwei traf er auf den starken Hannoveraner Aleks Bedebew. Der Kampf war lange Zeit ausgeglichen und ein spannender Schlagabtausch. Marek dominierte mit guter Offensivarbeit, werhte aber ebenfalls gekonnt starke Wurfangriffe des Niedersachsen ab. Gegen Ende nutzte er im Bodenkampf eine kleine Unachtsamkeit seiner Gegners, um reaktionsschnell einen Haltegriff anzusetzen. Wieder ein Sieg durch Haltegriff und der verdiente Einzug in das Halbfinale dieser DEM.
In der Runde der letzten vier Judoka angekommen, traf er auf einen seiner stärksten Dauerrivalen, den Berliner Kilian Atzpadin (Judoverein Berlin-Tegel). Trotz dreier Niederlagen aus den vorherigen Begegnungen zeigte sich Marek von Beginn offensiv und strategisch gut eingestellt. Er dominierte sogar die ersten beiden Minuten. Trotz optischen aber nicht zählbaren Vorteilen für Marek musste er gegen Mitte des Kampfes leider die erste Wertung gegen sich hinnehmen. Gegen Ende des Kampfes erzielte der Berliner Judoka sogar noch die vorentscheidene Wertung, die den Einzug in das große Finale verhinderte.
Trotz schmerzlicher Niederlage, so nah dran gewesen zu sein aber in der Gewissheit eine starke Leistung gezeigt zu haben, war Marek fest entschlossen, diese Medaille nach Hause zubringen. Im sogenannten „kleinen Finale“ stand unserem HTG-Judoka, dem zahlreichen und immer hartumkämpften Partien bekannte Wiesbadener Luca Doganay gegenüber.

Luca war diesem Tage trotz Auftaktniederlage (ebenfalls gegen den Berliner und spätere Vizemeister K.Aztpadin) in einer starken Verfassung. Zumal hatte er eine sehr starke Serie (mit vier Siegen )aus der Trostrunde vorzuweisen. Es versprach also für beide Judoka ein besonderer Medaillenkampf zu werden. Die Nervosität war beiden anzumerken, standen doch sie beide zum ersten Mal in einem solchen „Finale“. Marek, der Schüler der Kaiser-Friedrich-Gymnasiums in Bad Homburg ist, und der bereits letztes Jahr den 9.Platz bei der DEM U18 belegte hatte, gelang es von Beginn an den Wiesbadener mit vielen Offensivaktionen unter Druck zu setzen:
Nach 2 Minuten Kampfzeit hatte Luca bereits zwei Bestrafungen durch Inaktivität erhalten. Der Sportler des KC Wiesbaden wusste aber, das die dritte „Ermahnung“ für ihn den Sieg vorzeitigen Sieg für Marek bedeuten wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Wiesbadener sichtlich stärker. Es entwickelte sich zu einer noch spannenderen Begegnung, ein echter Medaillenkampf. Nachdem Marek gleich mehrere gefährliche Angriffe im Bodenkampf abwehren und sogar sich aus einem stark angesetzten Haltegriff befreit konnte, ging es nach Ende der regulären Kampfzeit in die Verlängerung, den Golden Score. Das Bedeutete, kein Zeitlimit, die erste Wertung (egal in welcher Höhe) oder Bestrafung würde den Kampf entscheiden.


Doch nicht nur dem Trainer war klar, das solch erfolgreich überstandene Situationen Marek enorm viel Kraft kosten, deren Auswirkung in einer Verlängerung zum Tragen kommen. Aber der Altstädter Jung schaffte es erneut weitere Reserven zu aktivieren und ging bis an seine Grenzen. Nach ca. 2 Minuten gelang Marek nach einer  nicht gelungenen Wurfaktion seinerseits den Wiesbadener durch eine stark herausgearbeitete Bodentechnik (erneut ein Haltegriff) erfolgreich 20 Sekunden zu halten und sicherte sich nach enormen Kraftaufwand verdient die Bronzemedaille.


Nochmals Glückwunsch!

Bei den Mädchen wollte auch Noemi Tortell in ihrer Gewichtsklasse (-52kg) bei der Vergabe der Medaillen eine ordentliches Wort mitsprechen. Die Chancen standen auch nicht schlecht, jedoch war es (nicht nur) die eigene Nervosität, die an diesem Tag ihr größter Gegner sein sollte.
Bereits in ihrem 1.Kampf stand sie einer Mitfavoriten , Laura Hiller aus JC Mönchengladbach gegenüber. Nach Rückstand konnte Noemi mit einer starken kämpferischen Leistung diesen gegen Mitte des Kampfes ausgleichen. Der Kampf schien sich zu Gunsten der Bad Homburgerin zu drehen. Doch leider wurde der Kampfverlauf durch mehrere fragwürdige Entscheidungen „Unparteiischen“ negativ und einseitig beeinflusst und ging verloren. In der Trostrunde konnte Noemi einen „Arbeitssieg“ gegen die bayrische Judoka Theresa Gehring erzwingen. Im zweiten Kampf der Trostrunde musste sie leider erneut eine umstrittene Niederlage gegen die Lokalmatadoren Nicole Stakhov aus Leipzig einstecken. Auch dieser Kampf war auf Augenhöhe, Noemi mit sichtbaren Vorteilen, jedoch auch ohne zählbares auf der Wertungstafel. Doch auch hier verstanden es die Kampfrichter den Kampfverlauf „zu steuern“. Am Ende eine bittere Niederlage und Erfahrung für Noemi. Aber, deine Zeit wird noch kommen. Mach weiter so!

Tim Renner (-81kg) startete in seinem 1.Kampf zu verhalten und musste eine Niederlage hinnehmen. Um so überraschender war der klare Sieg gegen seinen „Dauerkontrahenten" Maris Görner (JC Rüsselsheim), den er nach Führung sogar gegen Ende deutlich mit Ippon besiegen konnte. Leider musste der im Anschluss wieder eine erneute Niederlage einstecken.

Bruno Rhein (-60kg) hatte bei seiner ersten DEM-Teilnahme leider kein Glück mit der Auslosung. Nach seiner deutlichen Auftaktniederlage gegen den starken Niklas Rempel (Württemberg) musste Bruno an diesem Tag nach sage und schreibe 6 Stunden Wartezeit auch gegen den Nationalkaderathleten Levi Märkt (SC Bushido Berlin) geschlagen geben.

Alle Judoka zeigten in der gesamten Meisterschaftsserie eine tolle Leistung.

Leider war diese DEM U18 für den DJB keine gelungene Deutsche Meisterschaft!
Eine inakzeptable Wettkampforganisation, chaotische Listenführung, Ausfall der Anzeigetafeln, Wartezeiten auf die Trostrundenbegegnungen bis zu 6 Stunden, Platzmangel für Sportler, Eltern und Zuschauer, zu hohe Verkaufs- und Eintrittspreise als auch die schlechten Leistungen leider zu vieler Kampfrichter) führten zu erheblichen Verzögerungen und Verunsicherung der Athleten.

MS

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